6. Juli 2026

An heißen Tagen cool bleiben

Wenn im Sommer die Temperaturen in die Höhe klettern, scheint sich unser Körper mitunter in eine Art „Dauer-Sauna-Modus“ zu begeben. Parkinson-Betroffene können jetzt besonders unter übermäßigem Hitzeempfinden und Schwitzen leiden: Die Erkrankung wirkt sich auch auf das vegetative Nervensystem aus – und diese willentlich nicht steuerbare Zentrale ist unter anderem verantwortlich für die Thermoregulation des Körpers. Gerät sie aus dem Takt, kann der Organismus Hitze schlechter ausgleichen.

Viele Parkinson-Betroffene schwitzen besonders an Kopf, Nacken und Oberkörper. Es kann auch zu regelrechten Schweißattacken kommen, vor allem in sogenannten OFF-Phasen, in denen die Parkinson-Medikamente nicht ausreichend wirken. Nicht wenige Betroffene klagen zudem über Nachtschweiß. Er kann ebenfalls vegetativ bedingt sein oder auch motorische Ursachen haben: Befindet sich nachts zu wenig Medikamentenwirkstoff im Blut, kann es passieren, dass der Körper im Schlaf gegen die dadurch entstehende Unterbeweglichkeit ankämpft. Das kann ins Schwitzen bringen, erst recht in warmen Nächten.

Der Hitze die kalte Schulter zeigen

Eine vermehrte Schweißabsonderung kann unter anderem den Flüssigkeitshaushalt durcheinanderbringen und den Schlaf stören. Entsprechend ratsam ist es, mit einfachen Maßnahmen gezielt gegenzusteuern:

  • Legen Sie körperliche Aktivitäten auf weniger heiße Tageszeiten.
  • Tragen Sie weite und luftige Kleidungsstücke aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen.
  • Legen Sie sich mit einem Tuch umwickelte Kühlpacks einige Minuten lang in den Nacken und/oder die Kniegelenke.
  • Kühle – nicht eiskalte! – Bäder für die Unterarme und die Füße erfrischen nachhaltig. Kühlen Sie Arme und Beine jeweils nur ein-zwei Minuten.
  • Wählen Sie auch für die Nacht leichte, weite, atmungsaktive Schlafkleidung aus Naturfasern oder atmungsaktive Funktionstextilien.
  • Ein Antitranspirant oder spezifische Hautpflegeprodukte aus der Apotheke können nächtliches Schwitzen bei der Parkinson-Krankheit abmildern.

Dem Körper ausreichend Flüssigkeit geben

Wenn der Körper an warmen Tagen vermehrt Flüssigkeit verliert, ist ausreichend „Nachschub“ das A und O. Fachleute empfehlen rund 1,5 Liter Trinkmenge täglich. Klettern die Temperaturen im Sommer deutlich in die Höhe, darf’s auch gerne etwas mehr sein:

  • Ideal sind Wasser, Schorlen und abgekühlte, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.
  • Setzen Sie bei Hitze wasserreiche Obstsorten (zum Beispiel Melone, Pfirsich) und Gemüsesorten (zum Beispiel Gurke, Tomate) auf den Speiseplan.
  • Erschweren Ihnen parkinson-bedingte Schluckbeschwerden das Trinken, können Sie Getränke mit einem Andickmittel aus der Apotheke aufbereiten. Etwas dickflüssiger lassen sie sich meistens leichter schlucken.
  • Auch Smoothies aus Früchten oder Gemüse und Speisen wie Apfelpüree und Kaltschalen sind bei Problemen mit dem Schlucken gute Flüssigkeitsquellen.
  • Als weitere Möglichkeit können Sie kleine Eiswürfel lutschen.

Holen Sie rechtzeitig ärztlichen Rat ein

Nehmen Sie übermäßiges Schwitzen nicht einfach hin und schieben Sie es nicht ausschließlich auf hohe sommerliche Temperaturen. Die vermehrte Schweißproduktion kann auch im Zusammenhang mit Ihren Parkinson-Medikamenten stehen und darauf hindeuten, dass Ihre aktuelle Parkinson-Therapie überprüft werden sollte. Sprechen Sie daher in jedem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über das, was sie belastet.

Weitere hilfreiche Tipps für den Alltag mit der Parkinson-Krankheit bietet Ihnen unsere Parkinson-Website in der Rubrik „Leben mit Parkinson“.

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