18. Mai 2026

Welt-CED-Tag: Was ist das Avocado-Phänomen?

Infos und Aufklärung zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa stehen heute hoch im Kurs, denn am 19. Mai ist Welt-CED-Tag. Etwa 6 bis 8 Millionen Menschen rund um den Globus leben mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED), in Deutschland sind ca. 650.000 betroffen. Bei CED kommt es zu einer Entzündung im Magen-Darm-Trakt. Bauchschmerzen und Durchfall zählen zu den typischen Beschwerden. Doch viele Merkmale der Erkrankung sind von außen nicht zu erkennen, dazu zählt auch die Entzündung im Darm. Vergleichbar ist das mit einer Avocado, deren Inneres sich von außen nicht beurteilen lässt.

Innere Werte: Was hat eine Avocado mit dem Darm zu tun?

Wer kennt das nicht? Im Supermarkt wird eine Avocado gekauft, die von außen perfekt gereift aussieht. Wenn dann zu Hause z. B. ein Avocadobrot zubereitet werden soll, stellt sich beim Aufschneiden heraus, dass das Innere der Frucht bereits unschöne Verfärbungen zeigt. Bei einer CED kann das ähnlich sein: Obwohl ein Krankheitsschub überstanden ist und die Beschwerden verschwunden sind, können in der Darmschleimhaut noch Reste der Entzündung schlummern. Wie bei der Avocado ist das von außen nicht zu erkennen. Durch die unbemerkte Entzündung kann der Darm jedoch mit der Zeit Schaden nehmen.

Im Flyer „Wahre Stärke kommt von innen!“ erfahren Sie mehr über das Avocado-Phänomen und Mukosaheilung.

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CED behandeln: Therapieziel Mukosaheilung

Um Schaden vom Darm abzuwenden, ist Mukosaheilung daher ein wichtiges Therapieziel bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Das bedeutet eine vollständige Abheilung der Darmschleimhaut (Mukosa), sodass sie keine Entzündung und Geschwüre mehr aufweist. Untersuchungen wie Ultraschall oder eine Darmspiegelung können zeigen, ob dieses Ziel erreicht ist. Mukosaheilung kann sich günstig auf den Krankheitsverlauf der CED auswirken und so auch zu mehr Lebensqualität führen. Beschwerdefreiheit ist bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wichtig, jedoch nicht gleichbedeutend mit Entzündungsfreiheit. Wenn Sie eine CED haben, sprechen Sie mit Ihrer Gastroenterologin bzw. Ihrem Gastroenterologen über die Ziele Ihrer Therapie und darüber, ob eine Mukosaheilung erreichbar ist.

Quellen:
Farrag K, Rückert U, Schulz S et al. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Status quo und was die Zukunft bringen kann. Dtsch Arztebl 2023; 120 (27–28): A-1219/B-1043.
Yzet C, Diouf M, Le Mouel JP et al. Complete Endoscopic Healing Associated With Better Outcomes Than Partial Endoscopic Healing in Patients With Crohn’s Disease. Clin Gastroenterol Hepatol 2020; 18: 2256–2261.

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