5. März 2019

Langfristige Therapie: Die Entzündung ausbremsen

Langfristige Therapie: Die Entzündung ausbremsen

Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Schuppenflechte, Morbus Bechterew oder Acne inversa kommt es zu einer Fehlleitung des Immunsystems. Es entsteht eine Entzündung, die dauerhaft bestehen bleibt, also chronisch wird. Ziel der Behandlung ist es, in diesen Entzündungsprozess einzugreifen und ihn zum Stillstand zu bringen. Die Therapie bremst die Entzündung also ähnlich aus, wie eine Bremse ein Auto am Berg zum Stoppen bringt. Wie die „Entzündungsbremse“ genau funktioniert, hängt vom Medikament ab. Biologika zum Beispiel greifen gezielt in den Krankheitsprozess ein, indem sie bestimmte Botenstoffe blockieren, die die Entzündung anzetteln und vorantreiben.

Entzündung nicht wieder ins Rollen bringen

Durch das Ausbremsen der Entzündungsreaktion verschwinden auch die Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen oder bei Schuppenflechte die Hautveränderungen. Darüber hinaus kann es gelingen, die weiteren Folgen der Erkrankung, etwa Schäden am betroffenen Organ, den Gelenken oder dem Darm, zu verhindern. Sind die Symptome der chronisch-entzündlichen Erkrankung überstanden, heißt das jedoch in den meisten Fällen nicht, dass die Behandlung nun ausgesetzt oder beendet werden kann. Denn genauso, wie sich das Auto am Berg wieder in Bewegung setzt, sobald der Fuß das Bremspedal loslässt, kann auch die Entzündung wieder ins Rollen kommen, wenn die Therapie unterbrochen wird. Ebenso wie chronisch-entzündliche Erkrankungen meist dauerhaft bestehen, ist auch ihre Behandlung langfristig angelegt. Sie soll sowohl die akuten Beschwerden eindämmen als auch neue Schübe verhindern.

Tipps und Tricks für die langfristige Behandlung

Um die Entzündung bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen langfristig in Schach zu halten, ist es also wichtig, bei der Therapie nicht lockerzulassen. Tatsächlich fällt es häufig jedoch schwerer, die Behandlung wie vorgesehen umzusetzen, wenn die Beschwerden endlich überstanden sind. Ein paar Tipps und Tricks können beim Behandlungsmanagement helfen:

  • Medikamentenwecker nutzen: Nutzen Sie die Termin- oder Weckerfunktion an Ihrem Handy, um sich an die Anwendung Ihrer Medikamente erinnern zu lassen. So vergessen Sie keine Einnahme bzw. Injektion.
  • Therapieexperte werden: Werden Sie Experte in eigener Sache und informieren Sie sich genau, was es mit Ihrer Behandlung auf sich hat. Wie wirkt sie? Warum ist sie für Sie geeignet? Wenn Sie sich gut auskennen, kann das die Anwendung erleichtern.
  • Behandlungsziele verdeutlichen: Machen Sie sich bewusst, welche Ziele Sie mit Ihrer Behandlung schon erreicht haben und langfristig erreichen möchten. Wie haben sich die Beschwerden gebessert? Was hat sich im Alltag mit der Erkrankung geändert? Können berufliche Vorhaben umgesetzt werden?
  • Alltagsroutine entwickeln: Binden Sie die Anwendung Ihrer Medikamente in Ihre tägliche Routine ein. So wird die Therapie Teil des Alltags, wie auch das Zähneputzen. Je nach Behandlungsintervall, zum Beispiel Dienstag nach dem Sport oder täglich vor dem Frühstück.