26. März 2026
Reha, Rente, Rechte: Beruf und CED

Den Wunschberuf ausüben und mit voller Energie den Arbeitsalltag bestreiten – so läuft es mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in vielen Fällen leider nicht. Denn auch im Berufsleben kann eine CED zu Einschränkungen führen und manchmal muss beruflich ein neuer Weg eingeschlagen werden. Das hat auch Christian erlebt, der mit mehreren chronischen Erkrankungen lebt. „Ich musste meinen Beruf aufgeben. Nicht, weil ich es wollte, sondern weil meine Gesundheit es nicht mehr zuließ“, erinnert er sich. „Jetzt gehe ich neue Wege. Ich studiere Wirtschaftswissenschaften im Fernstudium und ich habe mich nebenbei zum Rentenberater qualifiziert. Heute bin ich stolz auf das, was ich geschafft habe.“
Berufliche Teilhabe – die eigenen Rechte kennen
Als Ausgleich für die sozialen Folgen von Erkrankungen wie CED gibt es gesetzliche Regelungen, die eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen sollen. Das betrifft auch den Beruf. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man sich plötzlich am Rand fühlt“, so Christian, „aber ich habe auch gelernt: Teilhabe ist kein Geschenk. Teilhabe ist mein Recht und deins auch.“ Unterstützungen und Hilfen, die gewährt werden, sind also keine besonderen Vorteile, die jemand erhält, sondern ein notwendiger Ausgleich für einen Nachteil, der durch eine Erkrankung entsteht.
Ein wichtiger erster Schritt ist es, sich zu informieren, welche Möglichkeiten es gibt. Nicht immer ist es ganz einfach herauszufinden, wer für welches Anliegen zuständig ist. Einen praktischen Überblick gibt die AbbVie Care-Broschüre „Beratungs- und Anlaufstellen“. Christian setzt sich bei der Initiative patientsvoice.de für mehr Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen ein.
Berufliche Veränderung mit CED
Wenn die CED dafür sorgt, dass der bisherige Beruf nicht wie gewohnt ausgeübt werden kann, gilt es, neue Perspektiven zu schaffen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. „Zu den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zählen z. B. eine Umschulung, eine Weiterbildung oder Wiedereingliederungshilfen“, erklärt Christian, „zuständig sind meist die Rentenversicherung oder die Arbeitsagentur.“ Es ist gut, in Ruhe zu überlegen, welche Veränderungen sinnvoll sind. Dabei sollten die eigenen Fähigkeiten und Stärken im Vordergrund stehen, nicht die Einschränkungen durch Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. „Oft hilft auch ein Reha-Assessment in einem Berufsförderungswerk. Es zeigt, was möglich ist und zur persönlichen Situation passt“, rät Christian.
Was bedeutet Erwerbsminderungsrente?
Bei den Maßnahmen zur Teilhabe gilt der Grundsatz „Rehabilitation vor Rente“. Das bedeutet, dass auch mit einer CED zunächst das Ziel ist, die Arbeitsfähigkeit z. B. durch eine Rehabilitationsmaßnahme wiederherzustellen. Falls es trotzdem passiert, dass es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist, sechs Stunden am Tag zu arbeiten, gibt es die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Es wird zwischen einer vollen und einer teilweisen Erwerbsminderung unterschieden, abhängig davon, wie viele Stunden gearbeitet werden kann. Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente ist eine Mindestversicherungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auskunft zu Fragen der Höhe der Erwerbsminderungsrente gibt der Rentenversicherer.
Die Wege im Berufsleben mit einer CED sind sehr unterschiedlich. Für Veränderung ist oft Eigeninitiative und auch eine Portion Mut gefragt. Wichtig zu wissen ist, dass niemand allein dasteht. „Ich habe gelernt, ehrlich zu mir zu sein und mir Unterstützung zu holen, als ich sie gebraucht habe“, betont Christian.
Quelle:
Deutsche Rentenversicherung: Erwerbsminderungsrenten. URL: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Allgemeine-Informationen/Rentenarten-und-Leistungen/Erwerbsminderungsrente/erwerbsminderungsrente_node.html (Zugriff: 13.03.2026).



