21. Juli 2020

Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen

Zur Erinnerung an die Menschen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind, findet seit über 20 Jahren am 21. Juli der internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen statt.1 So auch in diesem Jahr. Der Tag soll Raum geben für Erinnerung und Trauer, gleichzeitig drehen sich viele Aktionen um das Thema Aufklärung.

Der 21. Juli: Ein Datum mit Bedeutung

Erstmals initiiert 1998 in Gladbeck, griffen viele Organisationen im Bereich der Drogenhilfe die Idee des Gedenktages über die Jahre hinweg immer wieder auf. Der Tag geht auf eine Initiative von Angehörigen eines jungen Mannes zurück, der am 21. Juli 1994 durch Drogenkonsum verstorben war. Mittlerweile finden in vielen deutschen Städten, aber auch international, Gedenkveranstaltungen, Gottesdienste und politische Aktionen statt. Familie, Freunde, Helfer und Interessierte gedenken so am 21. Juli gemeinsam den Verstorbenen und rücken Randthemen wie Risiken des Drogenkonsums und Stigmatisierung in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Erinnern & Sensibilisieren – 365 Tage im Jahr

In diesem Jahr soll neben unterschiedlichen lokalen Initiativen in vielen Städten Deutschlands mit einer Social Media-Aktion des Vereins JES e.V. (Junkies, Ehemalige und Substituierte)2 auch digital an die Verstorbenen erinnert werden. Im Zentrum steht dabei die Zahl 13983, also die Anzahl der Menschen, die 2019 aufgrund der Folgen ihres Drogenkonsums gestorben sind.

Neben Trauer und Erinnerung verdeutlicht der Gedenktag auch, wie unerlässlich das Engagement von Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen ist, die sich für die Interessen und Bedürfnisse drogengebrauchender Menschen einsetzen – und das nicht nur am 21. Juli, sondern jeden Tag im Jahr. Denn: Menschen, die Drogen konsumieren, sind mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Neben der Suchterkrankung selbst und den damit verbundenen gesundheitlichen, psychischen und rechtlichen Problemen kämpfen sie oftmals mit Stigmatisierung und begleitenden Erkrankungen wie unter anderem Hepatitis C. Die Krankheit kann durch das gemeinsame Benutzen von Drogenkonsumutensilien übertragen werden (Blut-zu-Blut-Kontakt). Dies verdeutlicht, wie relevant das Thema Aufklärung ist – um mehr Verständnis zu schaffen, zu informieren und folglich die Risiken des Drogenkonsums selbst, aber auch die möglichen Folgen wie eine Hepatitis-C-Erkrankung eindämmen zu können.

Mehr über Thema Hepatitis C und Drogenkonsum erfahren Sie hier.

Quellen:
1https://www.gedenktag21juli.de/warum-der-21-juli/
2https://www.jes-bundesverband.de/projekte/gedenktag/
3https://www.gedenktag21juli.de/social-media-aktion-2020/