18. September 2026
RheumaPreis 2026: Selbstbestimmt mit Rheuma im Beruf

Mit dem Motto „Rheuma Arbeit geben – Die Chancen nutzen“ wurde am 12. September 2026 im Rahmen des Rheumakongresses in Leipzig der RheumaPreis 2026 verliehen. Die Initiative würdigt Arbeitnehmende und Unternehmen, die partnerschaftlich und kreativ Lösungen gefunden haben, um mit Rheuma beruflich aktiv zu bleiben. Mit dem diesjährigen RheumaPreis wurden Vanessa Kleinsteuber (geb. Wegner) und die Staatsanwaltschaft Lüneburg sowie Martin Abramowski und Zukunftsfähiges Thüringen e. V. ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt des RheumaPreises steht das partnerschaftliche Engagement von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden bei der beruflichen Eingliederung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 Euro dotiert. Ziel des RheumaPreises ist es, Aufmerksamkeit für das Thema berufliche Integration mit Rheuma zu schaffen und Betroffenen sowie Unternehmen Mut zu machen, kreative Wege zu finden und positive Beispiele aufzuzeigen. Das BioPharma-Unternehmen AbbVie ist Gründungsmitglied und Partner der Initiative RheumaPreis.
Stärke zeigen und offen mit der Erkrankung umgehen
Im Alter von 21 Jahren bekam die RheumaPreisträgerin Vanessa Kleinsteuber (geb. Wegner) die Diagnose rheumatoide Arthritis. „Im ersten Moment dachte ich, mein Leben sei vorbei“, erinnert sie sich. „Ich stand am Anfang meiner beruflichen Karriere und jetzt hatte ich eine unheilbare Autoimmunerkrankung und mir drohte die Frührente?“ Sie hatte nach der Schule eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gemacht, mit dem Ziel, Justizangestellte bei der Staatsanwaltschaft in Lüneburg zu werden. Vanessa Wegner hatte zunächst Angst, ihrem Dienstherrn bei der Staatsanwaltschaft sowie dem Kollegium von ihrer Erkrankung zu erzählen. Schließlich kam jedoch der Personalchef auf sie zu und versicherte, dass sie sich um ihren Job und auch um die Verbeamtung keine Sorgen machen muss. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen so zu unterstützen, dass sie trotz eventueller Einschränkungen ihre Arbeit gut leisten können und vor allem jeden Tag gerne zur Arbeit gehen“, betont Karsten Bösicke von der Staatsanwaltschaft Lüneburg. Ein ergonomischer Arbeitsplatz und Flexibilität durch Homeoffice zählen zu den Maßnahmen der beruflichen Integration. Das Wichtigste ist aus der Sicht von Vanessa Kleinsteuber jedoch gegenseitiges Vertrauen und eine offene Kommunikation.
Wieder in Arbeit und unter Menschen zu sein, ist so viel wert!
Der RheumaPreisträger Martin Abramowski hat Sklerodermie, eine seltene, unheilbare Autoimmunerkrankung des Bindegewebes, die zu den rheumatischen Erkrankungen zählt. Sein Krankheitsverlauf war dramatisch und zum Teil lebensbedrohlich. Auch seine Arbeitsstelle, das Team von Zukunftsfähiges Thüringen e. V., ein zivilgesellschaftlicher Verein zur Unterstützung nachhaltiger Entwicklung in Thüringen, bei dem Martin Abramowski als Projektmitarbeiter beschäftigt ist, bangte mit ihm. Nach dieser Zeit voller Rückschläge und Herausforderungen betont Vorstandsvorsitzender Josef Ahlke: „Wir freuen uns, dass wir dies gemeinsam mit zusätzlichem Engagement und dem Verständnis aller geschafft haben und Martin Abramowski seit 2022 wieder bei uns an Bord ist.“ Im Rahmen einer Wiedereingliederung konnte Martin Abramowski sein Arbeitspensum Schritt für Schritt auf eine 50-Prozent-Stelle steigern. „Ganz wichtig ist, dass man lernt, Hilfe anzunehmen – sowohl im Beruf als auch im Privatleben“, betont er. „Selbsthilfegruppen zum Beispiel sind eine großartige Möglichkeit. Ich habe selbst inzwischen auch eine regionale Selbsthilfegruppe in Thüringen gegründet.“
Mehr zu den diesjährigen Preisträger*innen und der Initiative gibt es auf der Webseite des RheumaPreises.



