23. Februar 2018

10 Tipps gegen Stress bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen

Viele Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung kennen das: Kommt es zu Stress, Belastung oder Druck im Leben, meldet sich die Krankheit prompt zurück oder die Beschwerden werden stärker. Ob Psoriasis, Rheuma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Uveitis oder Acne inversa: Hinzu kommt, dass auch die Erkrankung selbst ein Stressfaktor sein kann. Wenn auch Sie schon festgestellt haben, dass sich Stress ungünstig auf Ihre Erkrankung auswirkt, ist es empfehlenswert, Wege zu finden, mit Belastungen im Leben besser umzugehen. Das beste Mittel gegen Stress ist Stressvermeidung. Leider lässt sich jedoch nicht jede Stressquelle einfach umgehen oder ausschalten. Alternativ kann es durch eine bewusste Stressbewältigung gelingen, Belastungen anders zu begegnen. Nicht die Stressquelle selbst wird in diesem Fall verändert, sondern der Umgang mit ihr. Darüber hinaus kann auch eine Änderung in der Krankheitsverarbeitung dazu beitragen, Belastungen zu verringern. Wir haben 10 Tipps für Sie zusammengestellt, die zur besseren Stressbewältigung beitragen können.

  1. Stressquellen erkennen:
    Ein erster wichtiger Schritt, um etwas gegen übermäßige Belastung zu unternehmen, ist es, die Stressquellen auszumachen. Machen Sie sich bewusst, was Sie stresst und was Ihnen Energie raubt. Wenn Sie Ihre Stressquellen ausgemacht haben, können Sie beginnen, Ihren Weg aus dem Stress zu finden.
  2. Besseres Zeitmanagement:
    Es ist hauptsächlich Zeitmangel, der Ihnen zusetzt? Lernen Sie, Ihre Zeit besser einzuteilen. Setzen Sie Prioritäten und konzentrieren Sie sich auf die wichtigen Dinge. Wenn Sie ausreichend Zeitpuffer einplanen, bleibt Raum für Unvorhergesehenes. Erledigen Sie Dinge, die schnell gehen, direkt.
  3. Mit den eigenen Ressourcen haushalten:
    Achten und vor allem hören Sie auf sich selbst, um nicht irgendwann „ausgepowert“ zu sein. Überprüfen Sie Ihre Ansprüche an sich. Setzen Sie sich realistische Ziele, nehmen Sie auch Ihre Grenzen wahr und achten Sie diese. Gönnen Sie sich Verschnaufpausen, auch wenn viel zu erledigen ist.
  4. Unterstützung suchen und Hilfe annehmen:
    Vielen Menschen fällt es schwer, nach Unterstützung zu fragen oder sie in Anspruch zu nehmen, wenn sie angeboten wird. Machen Sie sich klar, dass es keineswegs eine Schwäche, sondern vielmehr eine Stärke ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Schließlich ist das ganze Leben ein Geben und Nehmen.
  5. Auch mal Nein sagen:
    Sie haben nie gelernt, „Nein“ zu sagen? Dann wird es Zeit! Manchmal ist es im täglichen Miteinander wichtig, sich abgrenzen zu können. Hin und wieder ist es notwendig, eine Absage zu erteilen, auch wenn es schwerfällt. In manchen Situationen können Sie so Überforderung oder Überlastung vermeiden.
  6. Abstand gewinnen und Übersicht erhalten:
    Wenn Sie sich von einer Situation oder Tatsache vereinnahmt fühlen oder die Übersicht verlieren, treten Sie einen Schritt zurück. Mit etwas Abstand kann es besser gelingen, eine Lösung zu finden. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Ziele und setzen Sie Ihre Energie bewusst für das Wesentliche ein.
  7. Positiv denken:
    Das Glas ist halb voll, nicht halb leer: Oft kommt es dabei, ob wir eine Situation als Belastung oder Herausforderung empfinden, darauf an, welche Wertung wir ihr geben. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie gut können. Machen Sie sich erst Gedanken über eine Situation, wenn diese auch eingetreten ist, und prüfen Sie, ob Sorgen, die Sie sich machen, auch wirklich begründet sind.
  8. Die Erkrankung akzeptieren:
    Mit der Erkrankung zu leben, ohne dass sie das Leben bestimmt – der Weg dahin ist sehr individuell. Grundsätzlich können Ihnen jedoch ein offener Umgang mit der Krankheit und aktive Problemlösungsstrategien bei der Krankheitsbewältigung helfen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen und sich gut mit der eigenen Erkrankung auszukennen kann hilfreich sein.
  9. Entspannung gegen Stress:
    Entspannung löst Spannung und baut dadurch Stress ab. Versuchen Sie es durch Erlernen einer gezielten Entspannungstechnik. Es gibt viele Möglichkeiten: autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga, Meditation oder Tai-Chi. Finden Sie die Methode, die zu Ihnen passt und Ihnen am besten hilft.
  10. Krisen ernst nehmen:
    Manchmal kann es passieren, dass die chronisch-entzündliche Erkrankung als so große Belastung empfunden wird, dass sie das ganze Leben überschattet. Gelingt es aus eigener Kraft nicht, sich aus solch einem Tief zu befreien, ist in der Regel eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll. Anzeichen einer Depression oder auch einer Angsterkrankung sollten in jedem Fall ernst genommen werden.