8. November 2021

Netzwerke in der Parkinson-Versorgung

Niedergelassene Ärzte, Therapeuten, Pflegekräfte, Klinikärzte: Zu einer umfassenden Versorgung bei Parkinson leisten viele Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen einen Beitrag. So gut wie alle der in Deutschland aktiven Versorgungsnetzwerke im Bereich Parkinson haben sich auf die Fahnen geschrieben, sie miteinander zu verbinden: Die im Netzwerk engagierten Beteiligten sollen wissen, wer in ihrer Region über welche Fachkenntnisse verfügt. Ziel ist es bei der Behandlung an einem Strang zu ziehen und sich über die Patienten auszutauschen. Gelingt dies, sprechen Fachleute von einer integrierten, multidisziplinären Versorgung.

Die Entwicklung unterstützen

In Deutschland hat die Netzwerkmedizin im Bereich Parkinson in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Über die Landkarte verteilt haben sich in mehreren Regionen Netzwerke gebildet oder sind im Aufbau befindlich. Die Arbeitsgruppe „Netzwerke & Versorgung“ der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG e. V.) beobachtet diese Entwicklung seit 2019 und hat sich das Ziel gesetzt, die bestehenden Ansätze voranzubringen und neue Netzwerke inhaltlich zu unterstützen.

„Baukasten“ für Netzwerkgründer

In einem ersten Schritt hat die Arbeitsgruppe dafür die Netzwerk-Aktivitäten in Deutschland analysiert. Im zweiten nächsten Schritt haben die Experten die Netzwerke in ihren Besonderheiten charakterisiert. Ihre Bestandsaufnahme der Aktivitäten und Ansätze hat die Arbeitsgruppe auf der Internetseite www.parkinsonnetzwerkdeutschland.de veröffentlicht. Grundsätzlich möchten die Netzwerk-Experten über diese Website Interessierten ein Rüstzeug für eigene Netzwerkaktivitäten an die Hand geben. Die übersichtliche Internetseite hält dafür wie in einer Art „Baukasten“ sogenannte Module bereit, die bereits in der Netzwerkarbeit eingesetzt wurden. Neue Zusammenschlüsse können diese bereits etablierten Bausteine übernehmen.

Jeder kann etwas bewegen

Für Patienten haben Parkinson-Netzwerke den Vorteil, dass durch den gemeinsamen Ansatz der Beteiligten Behandlungsstandards entstehen und Behandlungspfade abgestimmt werden können. Das hilft unter anderem, unterschiedliche Informationen und Doppelverordnungen zu vermeiden. Die Netzwerkversorgung ist hierzulande jedoch längst noch nicht flächendeckend. Wo vor Ort kein ausgewiesenes Netzwerk besteht, muss das aber nicht so bleiben. Vielfach existieren kleinere Zusammenschlüsse von Ärzten und Therapeuten. Die Behandelnden selbst, die lokale Selbsthilfegruppe oder die nächstgelegene Parkinson-Ambulanz können meistens über entsprechende Aktivitäten informieren oder Ansprechpartner nennen. Zudem kann jeder selbst aktiv werden und sich nach interessierten Mitstreitern umschauen. Auch eine starke Patientengruppe kann durchaus engagierte Personen finden, die erste Netzwerkstrukturen in Gang bringen.