16. Februar 2018

Begleiterkrankungen bei Rheuma frühzeitig erkennen

Rheumatoide Arthritis betrifft nicht nur die Gelenke. Sie kann, wie andere entzündlich-rheumatische Erkrankungen auch, mit einer Reihe von Begleiterkrankungen einhergehen. So haben Menschen mit rheumatoider Arthritis zum Beispiel ein um etwa 50 % erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Auch psychische Erkrankungen wie Depression zählen zu den Komorbiditäten, wie Begleiterkrankungen in der Fachsprache genannt werden. Neben der konsequenten Behandlung der Gelenkentzündung ist es daher bei rheumatoider Arthritis auch wichtig, mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen. Denn dann können sie bei der medizinischen Betreuung berücksichtigt werden. Ein einheitliches Konzept für die regelmäßige Untersuchung von Patienten mit Rheuma hinsichtlich Begleiterkrankungen gibt es bislang nicht. Die Wissenschaft beschäftigt sich jedoch damit, welche Möglichkeiten es gibt, das Management von Komorbiditäten zu verbessern. Eine aktuelle Studie mit dem Titel ERIKO* bindet die rheumatologische Fachassistenz ein, um das Risiko zu erfassen.

ERIKO-Studie: Unterstützung durch die rheumatologische Fachassistenz

400 Patienten mit rheumatoider Arthritis nehmen an der ERIKO-Studie teil. 300 von ihnen werden im Rahmen ihrer medizinischen Betreuung bei ihrem Rheumatologen mittels Fragebögen durch eine rheumatologische Fachassistenz zu verschiedenen Risikofaktoren und Begleiterkrankungen befragt. Themen sind etwa der Impfstatus, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen oder Osteoporose sowie die psychische Gesundheit und die Lebensqualität. Zum einfacheren Verständnis werden die Ergebnisse der Befragung in ein Ampelsystem eingeordnet. Der behandelnde Arzt kann im Anschluss seine Patienten auf Grundlage der Ergebnisse zum Thema Begleiterkrankungen beraten. „Unsere Hypothese ist, dass durch die strukturierte Erhebung Ansatzpunkte identifiziert werden können, die das Therapiemanagement der Patienten verbessern“, erläutert der Studienleiter Prof. Dr. med. Klaus Krüger, München. Die Ergebnisse der ERIKO-Studie werden in diesem Jahr erwartet.

Die Berücksichtigung von möglichen Begleiterkrankungen im Krankheitsmanagement bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist wichtig. Wenn Sie selbst Rheuma haben, informieren Sie sich über mögliche Begleiterkrankungen und sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie Beschwerden haben, die damit im Zusammenhang stehen könnten. Darüber hinaus können Sie durch einen ausgewogenen und bewussten Lebensstil dazu beitragen, das Risiko etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv zu beeinflussen. Dazu zählen eine gesunde Ernährung und Bewegung. Ihr Arzt kann Sie beraten, was Sie im täglichen Leben tun können, um Risikofaktoren zu minimieren.

* ERIKO = strukturierte Erhebung des Risikoprofils von RA‐Patienten durch die rheumatologische Fachassistenz

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre „Begleiterkrankungen erkennen, vorbeugen und behandeln“, die hier zum Download bereitsteht.