8. August 2016

Carol-Nachman-Preis und -Medaille für Rheumatologie 2016 verliehen

Am 1. Juli 2016 wurde in Wiesbaden der Carol-Nachman-Preis verliehen. Die mit 37.500 Euro bundesweit höchstdotierte Auszeichnung für Rheumatologie teilten sich in diesem Jahr zwei Preisträger: der französische Forscher Prof. Dr. Maxime Dougados aus Paris und der amerikanische Forscher Prof. Dr. George C. Tsokos aus Boston. Die mit 2.500 Euro dotierte Carol-Nachman-Medaille ging an Prof. Dr. Angela Zink aus Berlin. Der Carol-Nachman-Preis wird seit 1972 zur Förderung der klinischen, therapeutischen und experimentellen Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Rheumatologie vergeben.

Carol-Nachman-Preis 2016 geht nach Paris und Boston

Das zwölfköpfige Kuratorium aus anerkannten Medizinern und Vertretern der Stadt Wiesbaden würdigte die Preisträger für ihre herausragenden Forschungsleistungen. So wurde Prof. Dr. Maxime Dougados für seine Verdienste um die Erforschung der Spondyloarthritiden ausgezeichnet. Im Urkundentext heißt es dazu: „Er entwickelte spezielle Methoden, um bei Patienten mit Spondyloarthritis die Funktion, Krankheitsaktivität und Remission sowie das Therapieansprechen zu messen. Diese wissenschaftlichen Werkzeuge machten die großen Studien mit neuen Medikamenten bei Morbus Bechterew und anderen Spondyloarthritiden möglich.“

Prof. Dr. George C. Tsokos wurde für seine Forschung zur entzündlich-rheumatischen Erkrankung SLE, systemischer Lupus erythematodes, geehrt. Das Kuratorium hebt in seiner Begründung hervor, dass die Untersuchungsergebnisse von Professor Tsokos die bekannten Schwierigkeiten einer wirks bamen Therapie verdeutlichen. Darüber hinaus können sie dazu beitragen, zukünftig individuell passende Behandlungsmöglichkeiten für den einzelnen Betroffenen zu entwickeln.

Deutsche Forscherin für Lebenswerk ausgezeichnet

Die Carol-Nachman-Medaille wird für besondere Verdienste um die Rheumatologie und zur Würdigung des Lebenswerkes international anerkannter Rheumatologen verliehen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Prof. Dr. rer. pol. Angela Zink aus Berlin. Die deutsche Forscherin setzt sich besonders für die Verbesserung der Versorgung von Patienten ein. „Ihr Wirken hat (…) einen essenziellen Anteil im Streben der deutschen Rheumatologie nach einer Verbesserung der Versorgung für betroffene Patienten und deren Angehörige“, heißt es dazu in der Begründung des Kuratoriums.

Patiententag: Austausch zwischen Wissenschaft und Betroffenen

Die Arbeiten der Preisträger wurden auch auf dem Patiententag der Rheuma-Liga Hessen präsentiert. Der Informationstag fand anlässlich der Preisverleihung am 2. Juli 2016 statt. Unterstützt wurde die Veranstaltung von dem BioPharma-Unternehmen AbbVie Deutschland. Sie soll den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Betroffenen fördern. Prof. Dr. Elisabeth Märker-Hermann, Direktorin der Klinik für Rheumatologie am Horst-Schmidt-Klinikum Wiesbaden und Sprecherin des Carol-Nachman-Kuratoriums, stellte beim diesjährigen Patiententag vor allem den Nutzen der preisgekrönten Forschungsergebnisse für die Behandlung der Rheumapatienten in den Mittelpunkt. Vor etwa 500 Gästen setzte sie damit ein positives Signal für eine bessere Patientenversorgung. Vor Vertretern aus Rheumatologie und Politik machte dagegen Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, auf steigende Wartezeiten für Facharzttermine aufmerksam. Diese stehen im Gegensatz zu den Erwartungen der Patienten, die sich von ihrem behandelnden Arzt vor allem Zeit und Empathie wünschen.