4. März 2019

Früher Start ins Leben: Wachstum und Entwicklung von Frühgeborenen

Mit einer Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche (SSW) haben Frühgeborene weniger Zeit für ihre Entwicklung im Mutterleib. Die moderne Medizin und Pflege bietet heute jedoch viele Möglichkeiten, Frühchen bei ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen und Versäumtes aufzuholen.

In welchen Schritten die körperliche und geistige Entwicklung eines Frühgeborenen verläuft, ist ganz unterschiedlich und lässt sich nicht vorhersagen.

Individuelle Förderung des Frühchens

Eltern können dafür sorgen, dass ihr Frühgeborenes eine individuell auf seine Stärken und Schwächen abgestimmte Förderung erhält. Zusammen mit einer guten medizinischen Betreuung und einem liebevollen Umfeld werden damit die besten Voraussetzungen für einen gesunden und zufriedenen Lebensweg geschaffen. Die Förderung richtet sich nach dem Entwicklungsstand des Kindes. Der behandelnde Arzt kann beraten, welche Form der Förderung empfehlenswert ist. Wichtig ist, dass sich Eltern nicht verunsichern lassen, wenn Außenstehende Bemerkungen zur Größe oder Entwicklung des Kindes machen. Erfährt ein Außenstehender, wie alt das Kind ist, kommt es oft zu Äußerungen wie „Ach, und noch so klein und zart“ oder „Na, da müsste es doch schon krabbeln können“. Angaben, in welchem Alter ein Kind was können sollte, wie sie etwa in Büchern und Ratgebern zu finden sind, können auf Frühgeborene nicht übertragen werden. Für Eltern von Frühchen ist es daher empfehlenswert, sich darauf zu besinnen, was ihr Baby schon alles aufgeholt und gemeistert hat.

Frühgeborene im Vergleich: das korrigierte Lebensalter

Für Vergleiche von Frühchen mit der entsprechenden Altersgruppe von Reifgeborenen sollte stets das korrigierte Lebensalter herangezogen werden. Das heißt, die Zeit, die das Kind zu früh geboren wurde, wird vom tatsächlichen Alter abgezogen. Damit ist sichergestellt, dass vom Kind nicht mehr verlangt wird, als es von seinem tatsächlichen Entwicklungsalter her leisten kann. Es muss auch immer bedacht werden, dass statistische Werte nur Anhaltspunkte sind. Der Kontakt mit anderen Eltern von Frühchen kann helfen, Verunsicherungen abzubauen. Kontakte aus der Zeit in der Klinik oder Elternvereine bieten Möglichkeiten für den Erfahrungsaustausch.