27. Oktober 2016

Hepatitis C: Therapieerfolge bestätigen sich in der Praxis

Es sind Ergebnisse, die Mut machen: Daten aus dem Klinik- und Praxisalltag bestätigen die Wirksamkeit der interferonfreien Medikamente bei der Hepatitis-C-Therapie. Für viele Menschen bedeuten sie damit die Chance auf ein Leben ohne Hepatitis C – mit deutlich kürzerer Therapiedauer und wesentlich besser verträglich als früher.

Die neuen Therapien ohne Interferon, mit denen sich die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (kurz HCV) nahezu bei allen Patienten besiegen lässt, sind eine der größten medizinischen Errungenschaften der letzten Jahre und Jahrzehnte.

Das gilt insbesondere auch für diejenigen, die schon lange mit der Erkrankung leben und zum Teil schon auf erfolglose, oft langwierige Behandlungen mit interferonhaltigen Hepatitis-C-Therapien zurückblicken. Bei der Zulassung von Medikamenten liegen zunächst Ergebnisse aus klinischen Studien vor. Diese waren bei den modernen Therapien ohne Interferon bereits sehr gut und vielversprechend: Es konnten sehr hohe Heilungsraten erzielt werden, die Nebenwirkungen waren sehr gering.

Alltagsdaten bestätigen Studien

Doch der Alltag in der Hepatitis-C-Therapie kann sich mitunter von den Bedingungen in einer Studie unterscheiden. Manche Patienten sind älter, ihre Hepatitis-C-Erkrankung ist fortgeschrittener oder die Leber stärker geschädigt. Manche sind wegen mehrerer Krankheiten zugleich in Behandlung oder stehen weiteren Herausforderungen in ihrem täglichen Leben, zum Beispiel im sozialen Umfeld, gegenüber. Daher sind sogenannte Real-Life-Daten, also Erkenntnisse, die direkt aus dem Arzt-Patienten-Alltag stammen, eine wichtige Ergänzung zu den Studiendaten. Gewonnen werden sie zum Beispiel über das Deutsche Hepatitis C-Register (DHC-R) mit im Juli laut Homepage über 9.400 Patienten. Sie bestätigen die Ergebnisse aus den klinischen Studien eindrucksvoll, in denen mit den neuen Therapien ohne Interferon im Durchschnitt 95% der Patienten von der Hepatitis-C-Infektion geheilt werden konnten. Das gilt auch für Patienten, denen mit den bisherigen interferonhaltigen Hepatitis-C-Therapien nicht gut geholfen werden konnte. Vorausgehende erfolglose interferonhaltige Behandlungen oder bereits entwickelte Leberschäden, sogenannte frühe Zirrhosen, schränkten die Wirkung der neuen Medikamente nicht ein. Auch bei einer gleichzeitigen Infektion mit HIV, bei Nierenfunktionsstörungen (inkl. Dialyse) oder einer Substitutionstherapie konnten sehr hohe Heilungsraten erzielt werden.

Die neuen Medikamente im Praxisalltag

Insgesamt hilft die Analyse der Daten aus dem Alltag, die Erkrankung und den Heilungsverlauf noch besser zu verstehen. Das ist nicht zuletzt deshalb wichtig, da jeder Patient anders und jede Infektion stets individuell ist. Bis vor Kurzem basierten Hepatitis-C-Therapien maßgeblich auf Interferon, einem körpereigenen Protein. Dies hatte jedoch oft erhebliche Nebenwirkungen. Die aktuellen Therapien ohne Interferon zeigen deutlich geringere unerwünschte Wirkungen. Betroffenen erleichtert das die Behandlung nachweislich: Bei der Auswertung der Daten des DHC-R zeigte sich, dass fast alle Patienten die Behandlung zu Ende führten. Nur 1,5% der Patienten mussten die Therapie wegen unerwünschter Nebenwirkungen abbrechen. Ein weiterer Vorteil der modernen Medikamente liegt auf der Hand: Im Vergleich zu den langwierigen Hepatitis-C-Therapien mit Interferon beträgt die Standardtherapiedauer mittlerweile nur noch zwölf Wochen. Auch das macht Mut, sich für eine Behandlung zu entscheiden, die ein Leben ohne Hepatitis C ermöglicht.

Das Deutsche Hepatitis C-Register

Das Deutsche Hepatitis C-Register (DHC-R) wurde 2014 gegründet, um Erfahrungen mit den modernen, interferonfreien Hepatitis-C-Medikamenten im Praxisalltag zu bündeln und auszuwerten.
Heute ist es mit über 9.400 Patienten eine der weltweit größten Datensammlungen zur Hepatitis-C-Erkrankung. Die Registerstudie wurde von AbbVie Deutschland, vier weiteren pharmazeutischen Unternehmen, der Deutschen Leberstiftung und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) gefördert.

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