30. Oktober 2020

Hepatitis C: Wie gelingt die Versorgung von
Hepatitis-C-Patienten in einer Ausnahmesituation?

3. Bundesweites PLUS-FORUM meets Suchtexperten-Gremium

Durch die Corona-Pandemie ist die gesundheitliche Versorgung von Risikogruppen eine noch größere Herausforderung geworden. Daher beschäftigte sich das 3. bundesweite PLUS-FORUM meets Suchtexperten-Gremium am 24. und 25. September mit der Fragestellung: „Elimination von Hepatitis C in Zeiten von Corona – Vernachlässigen wir die Risikogruppen?“.

Hepatitis-C-Aufklärung in Zeiten von Corona: Eine doppelte Herausforderung

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der deutschen Bundesregierung ist es, Hepatitis C bis zum Jahr 2030 zu eliminieren.1-3 Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, Strukturen für eine bessere gesundheitliche Versorgung zu schaffen und die Aufklärung über Hepatitis C voranzutreiben – insbesondere für Risikogruppen wie Drogengenbrauchende. Denn sie haben oftmals ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) zu infizieren.4 Die aktuelle Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen machen diese Aufgabe jedoch besonders herausfordernd.

Zwei Formate, ein Ziel

Während das bundesweite PLUS-FORUM Experten aus den Bereichen Suchthilfe, Politik und Versorgung zusammenbringt, dient das Suchtexperten-Gremium als Austauschplattform für Drogenberatungsstellen. In diesem Jahr bündelten die Teilnehmer beider Veranstaltungen ihre Kräfte, da die Events zum ersten Mal gemeinsam stattfanden.* Ziel war es, alle Experten gleichzeitig an einen Tisch zu bringen, sich zu vernetzen und Lösungsansätze für das gemeinsame Ziel zu diskutieren: Die Elimination von Hepatitis C – trotz, oder gerade aufgrund der momentanen Ausnahmesituation.

HCV kennt keinen Lockdown

In unterschiedlichen Vorträgen und Workshops haben Ärzte, Politiker und Mitarbeiter von Beratungsstellen ihre Erfahrungen geteilt und Projekte aus ganz Deutschland vorgestellt. In vielen Punkten waren sich die Teilnehmer schnell einig: Auch in Zeiten einer Pandemie sollten Menschen mit einer Hepatitis-C-Virusinfektion die Möglichkeit einer Therapie haben. Dies könne aber nur gewährleistet werden, wenn die dafür erforderlichen gesundheitlichen und strukturellen Bedingungen weiter ausgebaut würden. Dafür benötige es insbesondere in Drogenberatungsstellen mehr Ressourcen und niedrigschwellige Angebote.

Wer mehr über die PLUS-Initiative und die Veranstaltung erfahren möchte, findet hier alle Informationen.

*Das diesjährige Veranstaltungsformat fand unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen virtuell und vor Ort in Mainz statt.

Quellen
1 BIS 2030-Strategie. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Strategie_BIS_2030_HIV_HEP_STI.pdf
2 Welthepatitistag. http://www.welthepatitistag.info (zuletzt abgerufen am 20.10.2020)
3 World Health Organization. Global health sector strategy on viral hepatitis 2016-2021. https://who.int/hepatitis/strategy2016-2021/ghss-hep/en/ (zuletzt abgerufen am 26.10.2020)
4 Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin, Nr. 30/31 2020