25. April 2022

Nutzen Sie Netzwerke!

Wissen, wen man um Rat fragen kann. Einen direkten Draht zu seinen Therapeutinnen und Therapeuten pflegen, die idealerweise selbst untereinander vernetzt sind und sich für optimale Behandlungsstrategien kurzschließen. Nicht zuletzt wertvolle Anregungen erhalten und eigene Erfahrungen weitergeben: Netzwerke sind in jeder Hinsicht wertvoll – und sich selbst gut zu vernetzen, ist gar nicht so schwer.

Dichtes Versorgungsnetz für Betroffene

Wenn Sie in Ihrem Umfeld vorhandene Angebote zum Themenfeld Parkinson in Anspruch nehmen und sich bei Fragen aktiv Unterstützung suchen, erwächst daraus mit der Zeit fast von allein Ihr eigenes kleines „Parkinsonnetz“. Zu dem gehören selbstverständlich Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt, die Neurologin bzw. der Neurologe und weitere niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte, Praxen mit speziellen Angeboten wie beispielsweise ambulanten Reha-Maßnahmen und die Apotheke. Weitere Beteiligte sind Therapeutinnen und Therapeuten aus den Bereichen Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Bei seelischen Belastungen finden Sie über psychotherapeutische Praxen und psychosoziale Beratungsstellen hilfreiche Ansprechpersonen.

Informationstage und Parkinson-Cafés

In vielen Parkinson-Ambulanzen oder der neurologischen Abteilung der örtlichen Klinik werden mitunter Patiententage und Infocafés für Parkinson-Betroffene und Angehörige durchgeführt. Nutzen Sie auch die Angebote der lokalen Selbsthilfe – der Austausch mit Menschen in einer ähnlichen Situation kann sehr hilfreich sein. Viele weitere Einrichtungen helfen bei Fragen rund um die Versorgung bei Parkinson weiter. Dazu gehören Pflegestützpunkte, Pflegeberatungen, die Kranken- und die Pflegekasse und Patientenberatungen. Darüber hinaus können Sanitätshäuser zu praktischen Hilfen für den Alltag beraten.

Auch Angehörige brauchen Netzwerke

Ein gutes Netzwerk ist auch für Angehörige wichtig. Es hilft ihnen, den Alltag zu stemmen, eröffnet Raum, um mit dem Betroffenen Zeit abseits von Pflegethemen zu verbringen und Zeit für sich zu haben. Und auch für Angehörige gilt: Sich ein funktionierendes, lebendiges Netzwerk aufzubauen, ist gar nicht kompliziert. Denn im Grunde gehört jeder Mensch, mit dem man im Alltag zu tun hat, bereits dazu: Familienmitglieder, Freunde, Nachbarinnen bzw. Nachbarn und Bekannte, Sportpartnerinnen und -partner, Vereinsmitglieder.

Wertvoll können auch unterstützende Leistungen von Pflegediensten, Haushaltshilfen, Nachbarschaftshilfen und Lieferdiensten sein. Sie zu nutzen hilft, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, und schafft Raum für Erholung und entspannte Zeiten zu zweit. Ebenso tut es Angehörigen gut, sich mit anderen in einer ähnlichen Lebenslage auszutauschen. Viele Selbsthilfeträger bieten hierfür Gruppen speziell für Angehörige an. Ebenso hilfreich kann es sein, einen Pflegekurs zu besuchen. Er ist eine Quelle für praktische Alltagstipps und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Parkinson-Netzwerke stärken die Versorgung

Der Blick auf das individuelle Versorgungsnetz macht bereits deutlich: Zu einer umfassenden Versorgung bei Parkinson leisten viele Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen einen Beitrag: Ärztinnen und Ärzte in niedergelassenen Praxen und in Kliniken, Therapeutinnen und Therapeuten, Pflegekräfte.

In Deutschland sind in den letzten Jahren landesweit mehrere regionale Versorgungsnetzwerke im Bereich Parkinson entstanden. Sie haben sich vorgenommen, die Beteiligten miteinander zu verbinden. Ziel ist, dass alle wissen, wer in der Region über welche Fachkenntnisse verfügt. Das soll helfen, bei der Behandlung an einem Strang zu ziehen und sich über die Patientinnen und Patienten auszutauschen.

Jeder kann etwas bewegen

Für Betroffene bieten Parkinson-Netzwerke mehrere Pluspunkte. Ein Vorteil ist, dass durch den gemeinsamen Ansatz der zusammengeschlossenen Akteurinnen und Akteure Behandlungsstandards entstehen und Behandlungspfade abgestimmt werden können. Das hilft unter anderem, unterschiedliche Informationen und Doppelverordnungen zu vermeiden. Wo derzeit noch kein Netzwerk vor Ort aktiv ist, existieren teilweise kleinere Zusammenschlüsse von Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten. Meistens können die Behandelnden selbst, die lokale Selbsthilfegruppe oder die nächstgelegene Parkinson-Ambulanz über entsprechende Aktivitäten informieren oder Ansprechpersonen nennen.

Betroffene und Angehörige können im Übrigen auch selbst aktiv zur Gründung eines Versorgungsnetzwerkes beitragen: Indem sie sich mit interessierten Mitstreitenden verbinden und Personen zusammenbringen, die erste Netzwerkstrukturen in Gang setzen.

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