14. März 2018

Stärke zeigen – Vorurteile abbauen!

Wer Diskriminierung erfährt, fühlt sich oft gelähmt und machtlos. Auch viele Menschen mit Hepatitis C erleben Ausgrenzung im Alltag, wenn sie Freunde, Kollegen oder Bekannte über ihre Erkrankung informieren. Viele berichten, dass Freunde auf körperliche Distanz gehen oder Kollegen sich weigern, dieselbe Toilette zu benutzen. Um Ihnen zu helfen, Diskriminierung im Alltag entgegenzutreten, haben wir für Sie einige Tipps zusammengestellt.

  • Suchen Sie das Gespräch, um über Hepatitis C aufzuklären. Möglicherweise wissen Ihre Kollegen oder Freunde nicht, dass sie sich im Büroalltag oder auf der Party über gemeinsam benutzte Gläser und Teller nicht anstecken können. Angst treibt Ausgrenzung voran. Wissen und Aufklärung kann sie verhindern.
  • Suchen Sie sich Bündnispartner – nicht nur in Ihrem Bekanntenkreis. Zahlreiche Selbsthilfeeinrichtungen bieten Beratung an. Auch Ärzte können Ihnen Ansprechpartner nennen, an die Sie sich wenden können.
  • Fragen Sie sich, wer von Ihrer Infektion wissen sollte und wer besser nicht. Darüber nachzudenken ist wichtig. Öffnen Sie sich Menschen, denen Sie vertrauen. Gespräche mit Selbsthilfeeinrichtungen und anderen Betroffenen können Ihnen helfen zu entscheiden, wen Sie ins Vertrauen ziehen sollten.

Sie haben einen Freund oder Kollegen, der mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert ist, und erleben, wie er ausgegrenzt wird? So können Sie reagieren:

  • Werden Sie zum Bündnispartner. Mischen Sie sich direkt ein und weisen Sie die Person darauf hin, dass sie gerade jemanden diskriminiert. Sagen Sie ihr klar, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist. Vergessen Sie aber nicht: Oft sind Angst und Unwissen die Auslöser für Stigmatisierung. Ein Beispiel: Wer befürchtet, sich bei Berührungen wie Umarmungen oder Händedruck anzustecken, geht auf Abstand. Wer weiß, dass es hierbei keine Ansteckungsmöglichkeiten gibt, hat damit kein Problem mehr. Informieren Sie sich über Ansteckungswege und klären Sie auf.
  • Sprechen Sie mit dem Betroffenen und bieten Sie Hilfe und Unterstützung an. Lassen Sie ihn wissen, dass er nicht alleine ist.
  • Im beruflichen Umfeld dokumentieren Sie die Situation – vor allem, wenn sich die Vorkommnisse wiederholen. So können Sie einfacher innerbetriebliche Unterstützung einfordern, falls es notwendig wird.
  • Beziehen Sie Stellung. Wenn Sie erleben, dass ein Freund oder Kollege dauerhaft ausgegrenzt wird, können Sie sich als Vermittler gegenüber anderen Kollegen oder Vorgesetzen anbieten. Halten Sie aber vorab mit der betroffenen Person Rücksprache und respektieren Sie ihre Wünsche und Entscheidungen.