18. Januar 2016

Rauchfrei leben – Rauchen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (Teil 1)

Rauchen schadet der Gesundheit. Das gilt nicht nur für Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED). Ihnen schadet Rauchen jedoch in besonderem Maße. Welche Auswirkungen Rauchen bei Morbus Crohn haben kann und warum Sie auch mit Colitis ulcerosa von einem Rauchstopp profitieren, erfahren Sie im ersten Teil unserer Serie „Rauchfrei leben“.

Rauchen bei Morbus Crohn

Aus gesundheitlichen Gründen lohnt es sich immer, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn Sie allerdings an Morbus Crohn erkrankt sind, sprechen noch mehr Gründe dafür, auf Zigaretten zu verzichten. Zum einen schlagen sowohl medikamentöse als auch chirurgische Therapien weniger gut an. Zum anderen wirkt es sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Denn Rauchen bei Morbus Crohn verursacht häufigere Krankheitsschübe. Betroffene, die regelmäßig Nikotin konsumieren, müssen deutlich mehr Medikamente einnehmen und auch häufiger operiert werden. Im Umkehrschluss bedeutet ein Rauchstopp einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität: weniger Medikamente, seltenere Operationen und weniger Krankheitsschübe.

Mehr Aufklärung nötig

Viele Menschen mit Morbus Crohn wissen nicht, dass sich das Rauchen auf ihre Erkrankung auswirken kann. Das ergab kürzlich eine kanadische Studie. Dazu wurden insgesamt 259 Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen befragt. Gerade einmal die Hälfte der Befragten war sich der Folgen, die regelmäßiger Tabakkonsum für ihre Erkrankung haben kann, bewusst. Als Informationsquelle gaben die meisten von ihnen den behandelnden Arzt an. Die Bereitschaft, mit dem Rauchen aufzuhören, war bei der Gruppe der gut informierten Personen höher als bei den Befragten, die keinen Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum und ihrer Erkrankung sahen. Eine entsprechende Aufklärung der Betroffenen ist hier also von besonderer Bedeutung. Hinzu kommt, dass Menschen mit Morbus Crohn häufig das Gefühl haben, ihrer Erkrankung ausgeliefert zu sein. Wenn sie aber das Rauchen bei Morbus Crohn einstellen, kann das zu einem positiveren Krankheitsverlauf beitragen, was wiederum den Umgang mit der Erkrankung verbessern kann.

Rauchen erhöht Darmkrebsrisiko

Neben Morbus Crohn kann ein Rauchverzicht auch bei Colitis ulcerosa positive Auswirkungen haben. Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen haben aufgrund der erhöhten Entzündungsaktivität im Darm ein größeres Darmkrebsrisiko. Rauchen wiederum geht ebenfalls mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko einher. Das bedeutet, Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die regelmäßig zur Zigarette greifen, erhöhen ihr Darmkrebsrisiko zusätzlich. Wer dagegen auf Nikotin verzichtet, kann das Risiko reduzieren.

Nicht nur Menschen mit CED können in vielerlei Hinsicht von einem Rauchstopp profitieren. Welche Folgen das Rauchen generell haben kann und warum es nie zu spät ist, aufzuhören, lesen Sie in der Fortsetzung unserer Serie.

Quellen:

  1. Dignass, A., et al.: The second European evidence-based Consensus on the diagnosis and management of Crohn’s disease: Current management. J Crohn’s and Colitis 2010; 4: 28–62
  2. Ducharme-Bénard, S., et al.: Patients With Inflammatory Bowel Disease are Unaware of the Impact of Smoking on Their Disease. J Clin Gastroenterol. 2015 Jul 18; [Epub ahead of print]
  3. Van Assche, G., et al.: Second European evidence-based consensus on the diagnosis and management of ulcerative colitis Part 3: Special situations. J Crohn’s and Colitis 201; 7: 1–33