22. Februar 2016

„Call to Action“ – 10-Punkte-Plan für die bessere Vereinbarkeit von Rheuma und Beruf (Teil 2)

Die Integration von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in die Arbeitswelt kann nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Unternehmen ein großer Gewinn sein. Um Rheuma und Beruf besser miteinander vereinbar zu machen, gilt es, Barrieren in den Köpfen abzubauen und das Potenzial von Arbeitskräften mit chronischen Erkrankungen zu erkennen. Dazu soll der 10-Punkte-Plan „Call to Action“ der Initiative RheumaPreis neue Impulse geben.

Verbesserte Aufklärung

Manchmal genügen schon wenige Veränderungen, um einen Arbeitsplatz rheumafreundlich zu gestalten. Darüber hinaus existieren zahlreiche Angebote, die Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen im Berufsleben unterstützen können. Eine verbesserte Aufklärung über diese Unterstützungsangebote sowie die Erkrankung an sich ist daher unter anderem eine wichtige Forderung des „Call to Action“. Dazu Prof. Christof Specker von der Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren, Partner der Initiative RheumaPreis: „Im Idealfall definieren behandelnder Rheumatologe, Patient und Betriebsarzt oder Arbeitgeber gemeinsam die Einsatzmöglichkeiten des rheumakranken Arbeitnehmers im Unternehmen.“

Wert von Innovationen

Ein weiterer wichtiger Punkt des „Call to Action“ ist außerdem eine Erweiterung des Nutzenbegriffs für Innovationen im Gesundheitswesen. Dr. Patrick Horber, Geschäftsführer des BioPharma-Unternehmens AbbVie Deutschland, das sich ebenfalls bei der Initiative engagiert, betont, es gelte zu prüfen, inwieweit Kriterien wie die Vermeidung von Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung sowie weiterer Folgekosten für die Gesellschaft künftig bei der Nutzendefinition stärker als bisher berücksichtigt werden sollten. Neben einer entsprechenden gesetzlichen Regelung müsse dafür jedoch auch eine praktische Basis geschaffen werden. Weitere Forderungen des 10-Punkte-Plans sind daher die Stärkung therapeutischer Berufe sowie höhere Investitionen in die Ausbildung von Rheumatologen. Darüber hinaus will sich die Initiative dafür einsetzen, dass Menschen mit Rheuma rechtzeitig Zugang zu einer fachgerechten Therapie erhalten und eine Schwerbehinderung schnell und unbürokratisch anerkannt wird.

Den vollständigen 10-Punkte-Plan „Call to Action“ finden Sie hier. Mehr Informationen zur Initiative RheumaPreis entnehmen Sie der Internetseite www.rheumapreis.de.

Mitglieder der Initiative RheumaPreis:

  • AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
  • Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren (AGRZ) in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
  • Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V. (BDRh e. V.)
  • Kerstin Bleuel, Patientenvertreterin
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)
  • Deutsche Kinderrheuma-Stiftung
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.
  • Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) e. V.
  • Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V.
  • Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)
  • Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e. V.
  • Rheuma-Liga Hessen e. V.
  • Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) e. V.

Quellen:

  1. www.rheumapreis.de