8. Dezember 2015

RheumaPreis 2015 – Mit Rheuma mitten im Beruf (Teil 2)

Drei Preisträger bekamen am Welt-Rheuma-Tag, dem 12. Oktober 2015, in Berlin den RheumaPreis 2015 überreicht. Damit wurden Bettina Wittmann, Lisa Nysen und Benedikt Ziegler für ihren vorbildlichen Umgang mit Rheuma im Berufsleben und ihren Einsatz zum Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit ausgezeichnet. Mehr zum jeweiligen Engagement der einzelnen Preisträger lesen Sie im zweiten Teil unseres Artikels zum RheumaPreis 2015.

Bettina Wittmann, kaufmännische Angestellte

Bettina Wittmann arbeitet als kaufmännische Angestellte im Controlling der Eisengießerei Dossmann GmbH. Die 37-Jährige ist an rheumatoider Arthritis erkrankt, lässt ihr Leben aber weder privat noch beruflich von der Erkrankung beherrschen. Für ihr Unternehmen engagiert sie sich auch über ihren Arbeitsbereich hinaus im Wirtschaftsausschuss, im Betriebsrat und in der Schwerbehindertenvertretung. Geschäftsführer Friedrich Dossmann sieht in ihr eine große Bereicherung für das Unternehmen und unterstützt seine Mitarbeiterin im Berufsleben mit Rheuma. So soll ihr eine bedarfsgerechte Ausstattung den Arbeitsalltag im Unternehmen erleichtern. Dazu zählen unter anderem eine teilbare Computertastatur, eine zweite Stechuhr, um lange Wege zu vermeiden, sowie ein leicht bedienbarer Wasserhahn im Waschraum. Für dieses Engagement erhält der Arbeitgeber eine Auszeichnung der Initiative RheumaPreis.

Lisa Nysen, Sachbearbeiterin

Von Anfang an ist Lisa Nysen im Unternehmen offen mit ihrer chronischen Erkrankung umgegangen. Die 23-Jährige arbeitet als Sachbearbeiterin in der Personalverwaltung der Meyer logistics GmbH. Das Unternehmen hat speziell für die Mitarbeiterin ein Büro nach ihren Bedürfnissen eingerichtet, wofür es von der Initiative RheumaPreis ebenfalls ausgezeichnet wurde. Neben Bildschirmen mit Schwenkarmen gibt es hier unter anderem auch eine Kuvertiermaschine. Durch ihre rheumatische Erkrankung ist Lisa Nysen stets darauf bedacht, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und zu optimieren, was sie zu einer wertvollen Mitarbeiterin für das Unternehmen macht, so ihre Vorgesetzte. Derzeit absolviert Lisa Nysen eine Weiterbildung zur Ausbilderin und will sich nach deren Abschluss um die Nachwuchskräfte im Unternehmen kümmern.

Benedikt Ziegler, selbstständiger Fotograf und Fotodesign-Student

Gegen einen sicheren und ruhigen Bürojob und für seine Leidenschaft, die Fotografie, entschied sich Benedikt Ziegler nach dem Abitur. Heute arbeitet der 25-Jährige, der seit seiner Kindheit an Rheuma erkrankt ist, als freischaffender Fotograf und studiert im achten Semester Fotodesign. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit möchte er sich eingehend mit dem Thema „Kinder- und Jugendrheuma in Deutschland“ beschäftigen. Dazu plant Ziegler eine Fotoreportage, die der Öffentlichkeit zeigen soll, was es bedeutet, an Rheuma erkrankt zu sein, und dass Erfolg und Karriere dennoch möglich sind. Die Jury überzeugten vor allem Benedikt Zieglers Mut, sich trotz körperlicher Einschränkungen für einen derart fordernden Beruf zu entscheiden, und die Art und Weise, wie er seinen Arbeitsalltag mit der Erkrankung meistert.

Mit den drei Preisträgern und ihren Arbeitgebern gibt die Initiative RheumaPreis Beispiele für eine erfolgreiche Integration von Menschen mit Rheuma im Beruf. Auch über die Preisverleihung hinaus will die Initiative Anstoß zum Umdenken beim Thema Rheuma in der Arbeitswelt geben. Dazu haben die Mitglieder der Initiative einen „Call to Action“ formuliert, der dazu aufruft, die Bedingungen für Menschen mit Rheuma im Beruf zu verbessern. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Teil unseres Artikels zum RheumaPreis 2015.

Weitere Informationen zum RheumaPreis und den diesjährigen Preisträgern erhalten Sie unter www.rheumapreis.de.