8. Februar 2016

Rauchfrei leben – Psychische Abhängigkeit (Teil 4)

Die körperlichen Entzugserscheinungen bei einem Rauchstopp lassen sich meist schnell in den Griff bekommen. Häufig ist es allerdings die psychische Abhängigkeit, die den Weg zum Nichtraucher erschwert. Mehr dazu lesen Sie im vierten Teil unserer Reihe „Rauchfrei leben“. 

Psychische Abhängigkeit bewusst machen

Nikotinabhängigkeit zeigt sich auf vielfältige Art und Weise: Der eine macht sich nachts und bei schlechtem Wetter auf den Weg zum nächsten Automaten, weil die Zigaretten zur Neige gehen. Der andere raucht schnell zwei Zigaretten hintereinander, „auf Vorrat“, weil er in den nächsten Stunden keine Gelegenheit dazu haben wird. Wieder ein anderer nutzt jede freie Minute für einen schnellen Zug zwischendurch. Neben der körperlichen Wirkung des Nikotins spielen bei der Tabakabhängigkeit auch psychische Faktoren eine große Rolle. Im Gegensatz zu den körperlichen Entzugserscheinungen, die bereits nach wenigen Wochen kaum mehr spürbar sind, ist die psychische Abhängigkeit zeitlich nicht begrenzt. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten, sollten Sie sich dieser psychischen Abhängigkeit bewusst sein und sie sich eingestehen. Denn so können Sie Situationen, die während des Rauchstopps zu Rückfällen führen können, besser meistern.

Macht der Gewohnheit

Viele Raucher greifen aus sozialen oder psychologischen Gründen zur Zigarette. So kann eine Zigarette Anlass zu einer gemeinsamen Pause sein oder Gelegenheit bieten, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Eine genüssliche Zigarette nach dem Essen, eine Belohnungszigarette nach einem harten Arbeitstag oder als Begleiter zu einer Tasse Kaffee: Häufig ist es die Gewohnheit, die Raucher zum Glimmstängel greifen lässt. Und diese kann schnell zur Sucht werden. Die körperlichen Auswirkungen des Nikotins werden emotional mit bestimmten Situationen verknüpft. So entsteht ein unbewusster Zusammenhang zwischen dem Rauchen und den jeweiligen Situationen. Häufig haben diese mit Genuss, Gemütlichkeit, Belohnung oder einer Auszeit zu tun.

Zigarette hilft nicht gegen Stress

Einer der häufigsten Gründe für den Griff zur Zigarette ist Stress. Doch Nikotin ist nur vermeintlich ein gutes Mittel zur Stressbewältigung. Für viele Raucher gehört eine Zigarette zu einer entspannten Pause. In Stresssituationen liegt für sie daher der Griff zur Zigarette nahe. Allerdings ist das Rauchen weniger Stresslöser, als vielmehr selbst Stressverursacher. Mit dem Zug an der Zigarette wird lediglich der Stress abgebaut, der durch den Nikotinentzug entsteht. Denn der Körper verlangt Nikotin, was den Raucher in einen stressartigen Zustand versetzt. Die Aufnahme von neuem Nikotin hat dann eine scheinbar entspannende Wirkung.

Körperliche wie psychische Abhängigkeit lassen sich nur durch einen konsequenten Rauchstopp überwinden. Auf dem Weg zum Nichtraucher liegen viele kleine Etappenziele. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Teil unserer Serie.

Quellen:

  1. Parrott, A. C.: Does cigarette smoking cause stress? American Psychologist. 1999; 54(10): 817–820
  2. Piper, M. E., et al.: Smoking cessation and quality of life: changes in life satisfaction over 3 years following a quit attempt. Ann Behav Med. 2012; 43(2): 262–70
  3. www.dkfz.de
  4. AbbVie-Care-Broschüre: Wegweiser in ein rauchfreies Leben