27. September 2017

Studie zu Morbus Crohn: Ultraschall bei der Verlaufskontrolle

Ultraschall (Sonografie) zählt neben der Darmspiegelung zu den wichtigsten und etablierten bildgebenden Verfahren, um Morbus Crohn festzustellen. Ist die chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) diagnostiziert, sind weiterhin regelmäßige Untersuchungen notwendig, um den Verlauf zu beobachten. Die Kontrollen beim Arzt sind auch wichtig, um festzustellen, ob die Therapie wirksam ist, angepasst oder möglicherweise sogar gewechselt werden muss. Wissenschaftler sind in einer Studie nun der Frage nachgegangen, ob Ultraschall auch bei der Verlaufskontrolle ein verlässliches Verfahren darstellt.

Darmultraschall: strahlungsfrei und patientenfreundlich

Mit Blick auf die unterschiedlichen Untersuchungsmethoden bei Morbus Crohn zeigen sich einige Vorteile beim Ultraschall. Im Gegensatz zur Computertomografie (CT) entsteht keine Belastung durch Strahlung. Ultraschall ist zudem bei fast jedem Gastroenterologen verfügbar, da der technische Aufwand gering ist. Das ist etwa bei der Magnetresonanztomografie (MRT), einem sehr teuren Untersuchungsverfahren, nicht der Fall. Ein wichtiger Unterschied zur Darmspiegelung ist, dass der Darm vorab nicht entleert werden muss. Der Aufwand ist somit geringer und die Durchführung für den Patienten angenehmer. Anders als bei der Spiegelung können zudem mehr Darmabschnitte – insbesondere des Dünndarms – untersucht und tiefere Bereiche der Darmwand sichtbar gemacht werden.

Studie bestätigt Ultraschall als Kontrolluntersuchung bei Morbus Crohn

Neben den genannten Vorteilen ist Ultraschall eine verlässliche Methode, die für routinemäßige Verlaufskontrollen bei Morbus Crohn geeignet ist. Zu diesem Ergebnis kommt die TRUST*-Studie. Die Entzündung im Darm, ihre Ausdehnung, Fisteln, Stenosen und Abszesse können mit Ultraschall sichtbar gemacht werden. An der Studie nahmen 234 Menschen mit mittelschwerem bis schwerem aktivem Morbus Crohn teil, die in gastroenterologischen Kliniken und Praxen in ganz Deutschland behandelt wurden. Zu Beginn der Erhebung musste bei allen Teilnehmern – unabhängig von der Studie – eine neue Behandlung eingesetzt oder die bestehende angepasst werden. Nun wurde ein Jahr lang alle drei Monate eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Beobachtet wurden die Entzündung im Darm, die Dicke der Darmwand in bestimmten Abschnitten, Verengungen, Fisteln und Abszesse. Alle Veränderungen wurden dokumentiert. Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung stimmten mit den Aussagen anderer Untersuchungen wie der nach Entzündungszeichen im Blut oder der körperlichen Untersuchung überein. Auch wenn Ultraschall andere Untersuchungsmethoden nicht vollständig ersetzen kann, hat die TRUST-Studie doch gezeigt, dass er sich zur routinemäßigen Verlaufskontrolle eignet.

* TRansabdominal Ultrasonography of the bowel in Subjects with Crohn’s disease To monitor disease activity = Ultraschall des Darms durch die Bauchdecke bei Menschen mit Morbus Crohn zur Beobachtung der Krankheitsaktivität