4. Dezember 2015

Impfen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) – Auf Impfstatus achten (Teil 2)

Aufgrund einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) kann die Anfälligkeit für bestimmte Infektionskrankheiten erhöht sein. Therapien mit Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen (Immunsuppressiva), verstärken diesen Effekt zusätzlich. Vorbeugende Schutzimpfungen können das Risiko einer Infektion deutlich senken. Was Betroffene dabei beachten sollten, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Reihe „Impfen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)“.

STIKO-Empfehlung für Impfungen bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Generell werden Impfungen bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts verabreicht. Wird eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert, sollten Betroffene das Thema „Impfen bei CED“ frühzeitig mit dem behandelnden Arzt besprechen. Dieser sollte den aktuellen Impfstatus überprüfen. Er wird abklären, ob der Betroffene über die Standardimpfungen nach den aktuellen Empfehlungen der STIKO verfügt oder ob gegebenenfalls Auffrischungen nötig sind.

Impfen bei CED: Besonderheit Immunsuppressiva

Eine Besonderheit für Impfungen bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn stellt der Einsatz von Immunsuppressiva dar. Entsprechende Impfungen sollten vor Beginn einer solchen Therapie vorgenommen werden. Denn zum einen kann es während der Therapie mit immunsuppressiven Medikamenten zu einer verminderten Impfantwort kommen. Das bedeutet, dass möglicherweise nicht jede Impfung erfolgreich verläuft. Zum anderen sollten Betroffene unter einer immunsuppressiven Therapie keine Lebendimpfstoffe, wie sie beispielsweise gegen Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen (Windpocken) eingesetzt werden, erhalten. Dabei werden mit dem Impfstoff sehr kleine Mengen funktionsfähiger, abgeschwächter Erreger verabreicht. Bei Menschen mit einem nicht intakten Immunsystem könnten diese Lebendimpfstoffe selbst eine Infektion auslösen. Die STIKO rät allerdings nicht pauschal von Lebendimpfungen ab, sondern empfiehlt, diese Impfungen bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn unter einer immunsuppressiven Therapie mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.

Mehr zum Thema „Impfen bei CED“ erhalten Sie in der Fortsetzung unseres Artikels. Weitere Informationen sowie den aktuellen Impfkalender der STIKO finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de.

Quellen:

  1. www.rki.de