5. Mai 2015

10 Tipps, mit denen Sie Ihrer Leber etwas Gutes tun

Die Leber ist ein wichtiges Organ, das im Körper vielfältige Aufgaben bewältigt. Sie ist unter anderem für den Zucker- und Fettstoffwechsel zuständig und speichert Nährstoffe wie Zucker, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Darüber hinaus baut sie schädliche Substanzen aus dem Blut ab und sorgt dafür, dass Stoffwechselprodukte gemeinsam mit der Galle an den Darm abgegeben werden. Kann die Leber nicht mehr richtig arbeiten, bekommt das der gesamte Körper zu spüren. Erkrankungen der Leber, wie beispielsweise Hepatitis C, können eine große Belastung für das Organ sein. Dann ist es besonders wichtig, der Leber nicht zusätzlich zu schaden. Hier finden Sie 10 nützliche Tipps, wie Sie Ihre Leber bei ihren Aufgaben unterstützen können. Bitte beachten Sie dabei, dass abweichende Empfehlungen Ihres behandelnden Arztes stets vorrangig zu beachten sind.

1. Trinken Sie ausreichend

Wasser ist lebensnotwendig. Wer ausreichend trinkt, hält seinen Kreislauf in Schwung und unterstützt die Nieren bei der Entgiftung des Körpers. Achten Sie daher darauf, täglich genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten das mindestens 1,5 Liter pro Tag sein, an heißen Tagen auch mehr. Optimale Durstlöscher sind Wasser oder ungesüßter Kräutertee.

2. Bitter ist gesund

Pflanzliche Lebensmittel wie beispielsweise Artischocken, Chicorée, Salbei, Rosenkohl, Löwenzahn, Endiviensalat oder Radicchio können sich positiv auf die Leber auswirken. Sie enthalten viele Bitterstoffe, die die Gallenproduktion anregen und dadurch helfen, dass in der Nahrung enthaltenes Fett besser vertragen wird. Darüber hinaus können Bitterstoffe zu hohe Blutfettwerte senken, was die Leber zusätzlich entlastet. Genießen Sie Artischocken und Rosenkohl einfach ab und an als Beilage oder geben Sie etwas Radicchio, Chicorée oder Löwenzahn in Ihren Salat. Aus Löwenzahn und Salbei können Sie sich auch einen Tee zubereiten.

3. Greifen Sie zu dunkler Schokolade

Wegen ihres hohen Kakaogehaltes kann dunkle Schokolade nicht nur den Blutdruck senken, sondern auch einen positiven Effekt auf die Leber haben. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass dunkle Schokolade die typischen Beschwerden einer Leberzirrhose günstig beeinflussen kann. So wurde unter anderem festgestellt, dass der Blutfluss in der Leber durch den Konsum dunkler Schokolade signifikant beeinflusst wurde. Bei Betroffenen, die zusätzlich zu den Mahlzeiten moderate Mengen dunkle Schokolade zu sich nahmen, stieg der Blutdruck in der Leber weniger stark an als bei denen, die darauf verzichteten. Dafür scheinen spezielle Flavonoide, also sekundäre Pflanzenstoffe, in der dunklen Schokolade verantwortlich zu sein. Neben ihrer antioxidativen Wirkung haben diese auch gefäßerweiternde und entspannende Eigenschaften, wie verschiedene Studien* belegen.

4. Bleiben Sie entspannt

Zu viel negativer Stress kann die Leber in ihren Funktionen beeinträchtigen. Vor allem dann, wenn er dauerhaft vorhanden ist. Nehmen Sie sich deshalb regelmäßig Zeit für kleine Auszeiten. Überlegen Sie sich, wie Sie am besten mit Stress umgehen können und was Ihnen dabei hilft, im Gleichgewicht zu bleiben. Gute Alternativen können autogenes Training oder Yoga sein. Einige Übungen lassen sich unproblematisch in den Alltag integrieren. Auch regelmäßige Spaziergänge oder eine Sportart, die Ihnen Spaß macht, können wahre Wunder bewirken.

5. Leberwickel statt Magenbitter

Zu fettes oder zu reichliches Essen kann der Leber zu schaffen machen. Generell sollten Sie daher darauf achten, nicht zu fettreich zu essen. Falls Sie aber dennoch einmal über die Stränge geschlagen haben, sollten Sie lieber zu einem Leberwickel als zum Verdauungsschnaps greifen. Tauchen Sie dazu ein kleines Handtuch in heißes Salzwasser und wringen Sie es aus. Legen Sie es anschließend auf die Leber und geben Sie eine Wärmflasche darauf. Lassen Sie den Wickel etwa 30 Minuten lang wirken. Die Wärme sorgt für eine bessere Durchblutung der Leber und beschleunigt so den Entgiftungsprozess.

6. Meiden Sie Alkohol

Wer über eine längere Zeit große Mengen Alkohol konsumiert, kann seine Leber nachhaltig schädigen. Schlimmstenfalls kann sogar eine Leberzirrhose die Folge sein. Da die Leber bei einer Hepatitis-C-Virus-Infektion durch die Erkrankung ohnehin belastet ist, sollten Sie möglichst auf den Konsum von Alkohol verzichten, um dem Organ nicht zusätzlich zu schaden.

7. Besser weniger Zucker

Auch große Mengen Zucker können negative Folgen für die Leber haben. Da einige Zuckermoleküle im Körper schnell zu Fett umgewandelt werden, kann dadurch die Entstehung einer Fettleber begünstigt werden. Das bedeutet nicht, dass Sie Süßes von Ihrem Speiseplan streichen müssen. Es tut Ihrer Leber jedoch gut, wenn Sie zuckerreiche Lebensmittel in Maßen genießen.

8. Bewusst und langsam essen

Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Genießen Sie Ihre Mahlzeiten bewusst und essen Sie nicht nebenbei. Bei zu hastigem Essen kann der Verdauungstrakt nicht richtig durchblutet werden. Davon ist auch die Leber betroffen, die dann nicht optimal arbeiten kann.

9. Kaffee tut gut

Gegen regelmäßigen und maßvollen Kaffeegenuss ist nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil: Kaffee kann sogar positive Auswirkungen auf die Leber haben. Grund dafür sind bioaktive Substanzen, die die Leber schützen. Verschiedene medizinische Studien** haben gezeigt, dass Kaffee das Risiko für Leberkrebs senken kann.

10. Vorsicht bei Schmerzmitteln

Auch Medikamente werden über die Leber abgebaut. Besonders Schmerzmittel, wie beispielsweise Paracetamol, können, wenn Sie zu hoch dosiert oder über einen langen Zeitraum angewendet werden, zu nachhaltigen Leberschäden führen. Beachten Sie daher stets die in der Packungsbeilage angegebene Dosierung und erlaubte Einnahmedauer. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt. Eventuell kann er Ihnen alternative Wirkstoffe empfehlen, die die Leber weniger stark belasten.

* Unter anderem „Blood pressure is reduced and insulin sensitivity increased in glucose-intolerant, hypertensive subjects after 15 days of consuming high-polyphenol dark chocolate“ , D. Grassi, G. Desiderio, S. Necozione, C. Lippi, R. Casale, G. Properzi, J.B. Blumberg, C. Ferri; Online-Veröffentlichung im September 2008 in The Journal of nutrition, www.ncbi.nlm.nih.gov

** Meta-Analyse in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology (2013; 11: 1413–1421); Onlineveröffentlichung 8. Mai 2013, www.cghjournal.org