22. April 2018

Europäische Impfwoche: Individueller Schutz vor Infektionen

Mit der Europäischen Impfwoche (EIW) lenkt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 23. bis zum 29. April die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Impfungen. Unter dem Motto „Vorbeugen. Schützen. Impfen.“ sind alle europäischen Regionen zur Teilnahme an der jährlichen Initiative aufgerufen. Ziel der EIW ist es, darüber aufzuklären, dass ein Impfschutz wichtig ist. Thematischer Schwerpunkt 2018 ist die Darstellung von Impfungen als individuelles Recht und gemeinsame Verantwortung. Sie haben eine chronisch-entzündliche Erkrankung? Dann ist die EIW ein guter Anlass, den Blick auf den eigenen Impfschutz zu richten.

Impfschutz bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen

Mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung kann dem Impfschutz eine besondere Bedeutung zukommen. Das hat zwei Gründe: Zum einen kann durch die Krankheit selbst das Risiko, an einer Infektion zu erkranken, erhöht sein. Zum anderen kann eine Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen, anfälliger für Infektionserkrankungen machen oder zur Folge haben, dass diese schwerer verlaufen. Wenn bei Ihnen eine chronisch-entzündliche Erkrankung festgestellt wurde, ist es daher ratsam, den Standardimpfschutz zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen. Darüber hinaus sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob weitere Impfungen empfehlenswert sind. Bevor Sie eine neue Therapie beginnen, die das körpereigene Abwehrsystem beeinflusst, sollte ebenfalls Ihr Impfstatus kontrolliert werden.

Standardimpfungen und Grippeschutz

In Deutschland ist die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) für die Impfempfehlungen zuständig. Zu den Standardimpfungen, die jeder Mensch haben sollte, zählen zum Beispiel Masern, Tetanus oder Polio. In bestimmten Situationen wird darüber hinaus zu einem erweiterten Impfschutz geraten. So empfiehlt das RKI, dass sich Menschen mit chronischen Erkrankungen – aufgrund eines erhöhten Risikos zum schwereren Krankheitsverlauf – gegen Grippeviren impfen lassen. Die Grippeschutzimpfung muss jährlich, am besten im Oktober und November, wiederholt werden. Auf diese Weise ist der Impfschutz aufgebaut, wenn die Grippewelle anrollt.

Lebend- oder Totimpfstoffe: Was gibt es zu beachten?

Eine weitere Besonderheit kann es bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen geben, wenn es um das Impfen geht. Werden Sie mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem beeinflussen, dürfen keine Lebendimpfstoffe eingesetzt werden. In einem Lebendimpfstoff sind kleinste Mengen lebender abgeschwächter Krankheitserreger enthalten. Bei einer eingeschränkten körpereigenen Abwehr können sich die lebenden Erreger des Impfstoffes im Körper vermehren und zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Totimpfstoffe hingegen sind dann unbedenklich. Sie enthalten abgetötete Krankheitserreger oder Bruchstücke davon (sogenannte Spaltimpfstoffe). Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen die individuell geeigneten und benötigten Impfungen empfehlen. Ihren Impfpass sollten Sie immer dabei haben, wenn es für den Impfschutz zum Arzt geht, damit alle Impfungen eingetragen werden. Denken Sie auch bei der Reiseplanung an Impfungen, denn für einige Länder werden Reiseimpfungen empfohlen.