24. Januar 2018

Kinder- und Jugendrheuma: Gute Aussichten mit früherer Behandlung

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste rheumatische Erkrankung bei jungen Patienten. Etwa 13.000 bis 15.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind davon betroffen. Die Therapiemöglichkeiten für JIA haben sich, etwa durch die Einführung von Biologika, in den letzten Jahren erweitert. Durch das frühe gezielte Eingreifen in den Krankheitsprozess können nicht nur die akuten Beschwerden gemindert, sondern es kann auch langfristig auf den Verlauf der Krankheit eingewirkt werden. Was der Wandel in der Behandlung für die jungen Patienten mit Rheuma bedeutet, zeigen die Zahlen aus dem JIA-Register JuMBO*, die auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie vorgestellt wurden.

JIA: Langfristig auf den Krankheitsverlauf einwirken

Register in der Medizin sind Datensammlungen, die Informationen für Wissenschaftler, Ärzte, Patienten und die Gesundheitspolitik liefern. Mit dem JuMBO-Register wird die langfristige Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit der Behandlung mit Methotrexat und Biologika bei JIA ausgewertet. Es enthält Daten von mehr als 1.200 jungen Erwachsenen, die im Kindes- und Jugendalter eine Therapie mit diesen Medikamenten erhielten. „Daten des nationalen JIA-Registers JuMBO zeigen, dass Gelenkschädigungen und Funktionseinbußen im Erwachsenenalter umso seltener sind, je früher und konsequenter die Patienten behandelt werden“, berichtet Prof. Dr. med. Kirsten Minden, Kinderrheumatologin in Berlin.

Vor 10 Jahren hatten etwa die Hälfte der JIA-Patienten im Erwachsenenalter eine eingeschränkte Funktion der Gelenke und noch immer eine aktive Erkrankung. Heute betrifft dies nur noch ein Drittel der Patienten. Auch zu Begleiterkrankungen kommt es heute seltener. Erfreulich ist ebenfalls die geringere Auswirkung auf das Wachstum. Während vor 10 Jahren etwa 5 % der JuMBO-Teilnehmer Wachstumsstörungen durch das Rheuma hatten, sind es heute nur noch 0,5 %. Durch eine frühe und wirksame Therapie konnte darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit dafür, im jungen Erwachsenenalter ohne Medikamente langfristig beschwerdefrei zu sein, erhöht werden. Auch auf die Krankheitslast wirken sich die veränderten Therapiemöglichkeiten aus. „Die jungen Menschen treten mit einer immer besseren Lebensqualität in ihre Zwanziger ein“, fasst Kirsten Minden die aktuellen Erkenntnisse aus den JuMBO-Daten zusammen.