15. September 2020

RSV-Saison: Jetzt an Vorsorge denken

Die Themen Schutz und Vorsorge haben mit Auftreten der Corona-Pandemie in diesem Jahr an Bedeutung gewonnen. Neben SARS-CoV-2 ist es jedoch wichtig, dass andere Viren und Infektionsrisiken nicht in Vergessenheit geraten. So kommt es insbesondere in der nahenden kalten Jahreszeit zu vermehrten Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus). Es verursacht Atemwegserkrankungen und ist weltweit verbreitet. In den meisten Fällen verläuft eine RSV-Infektion harmlos und verursacht keine auffälligen Symptome. Die Erkrankung kann jedoch auch einen schweren Verlauf nehmen. Davon gefährdet sind vor allem frühgeborene Babys und Kinder mit Lungenerkrankungen oder bedeutsamen, angeborenen Herzfehlern. Eltern von Kindern, die zu dieser Risikogruppe zählen, sollten daher einen besonderen Blick auf die Möglichkeiten zur RSV-Vorsorge haben.

RSV-Infektion: Welche Babys sind gefährdet?

Von November bis April hat das RS-Virus laut Robert Koch-Institut (RKI) Hochsaison. Eine RSV-Infektion unterscheidet sich bei einem leichten Verlauf kaum von gewöhnlichen Erkältungserkrankungen. Gelangt das Virus jedoch in die unteren Atemwege, kann es zu einer Lungenentzündung oder auch einer Bronchiolitis kommen, einer Entzündung der kleinsten Atemwege. Der Grund dafür, dass Frühgeborene und Babys mit Lungenerkrankungen oder einem Herzfehler ein erhöhtes Risiko für solche Komplikationen haben, ist, dass Immunsystem und Lunge meist noch nicht vollständig ausgebildet sind. Husten, Atemschwierigkeiten, eine beschleunigte Atmung sowie pfeifende oder knisternde Atemgeräusche – entwickelt ein Baby oder Kleinkind diese Beschwerden, kann das ein Hinweis auf einen schweren Verlauf einer RSV-Infektion sein.

Die Kleinsten schützen: Maßnahmen und RSV-Prophylaxe

Eine ursächliche Therapie für die Infektion mit dem RS-Virus gibt es nicht, behandelt werden lediglich die Symptome der Erkrankung. Um so wichtiger ist es für Eltern von Babys und Kleinkindern, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben, insbesondere in der RSV-Saison, Vorsorge zu treffen. Übertragen wird das RS-Virus durch Tröpfcheninfektion oder über kontaminierte Oberflächen oder Gegenstände. Hygiene ist daher eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, um eine RSV-Infektion zu vermeiden. Händewaschen vor dem Kontakt mit dem Kind und die Reinigung von Gegenständen, mit denen es in Berührung kommt, zählen dazu. Auch der Kontakt mit Menschen, die eine Erkältung haben, und womöglich Überträger sein können, sollte vermieden werden. Ist ein Kind besonders gefährdet, gibt es eine weitere Schutzmöglichkeit. Durch eine sogenannte passive Immunisierung kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden. Es handelt sich dabei um einen Schutz durch Antikörper. Diese helfen bei der Abwehr des RS-Virus. Der behandelnde Kinderarzt kann beraten, wann diese vorbeugende Maßnahme empfehlenswert ist.