12. Juni 2016

Selbsthilfegruppen – vielfältig aktiv

Wohl das größte Vorurteil gegenüber Selbsthilfegruppen lautet: Dort treffen sich Menschen, denen es nicht gut geht – und sie sprechen über nichts anderes als darüber, dass es ihnen nicht gut geht. Mit der Realität hat das jedoch wenig gemein.

Natürlich geht es in einer Selbsthilfegruppe viel um das Leben mit Parkinson und um damit verbundene Sorgen und Probleme. Gleichzeitig kommen aber auch Menschen zusammen, die etwas unternehmen möchten und die gemeinsam Pläne schmieden. Die Bandbreite der Programmpunkte reicht von Ausflügen und Festen über Sportkurse bis zu Informationsveranstaltungen. Angehörige sind dabei ebenso willkommen wie Betroffene selbst.

Viele Gruppen bieten sogar Treffen nur für Angehörige. Im Alltag nehmen sich viele zurück. Vornehmlich steht der Betroffene im Mittelpunkt. In Selbsthilfeangeboten für Angehörige hingegen sind sie für eine Weile die Hauptperson. In einen geschützten Raum können sie offen darüber reden, was sie belastet. Ohne viel erklären zu müssen, treffen Sie auf das Verständnis anderer Menschen in ähnlicher Lage. Zu sehen, dass sie mit Schwierigkeiten oder dunklen Gedanken nicht allein sind, gibt ihnen Kraft.

Selbsthilfegruppen bieten zudem die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu teilen: Was hat anderen Paaren geholfen? Wie bewahren sich pflegende Angehörige Freiräume? Wer hilft bei Fragen, ob zur Pflege, zur Therapeutensuche oder zu Freizeitangeboten für Menschen mit Parkinson …?

Wenn sich Angehörige und Betroffene einer Gruppe anschließen, eröffnet das schließlich nicht nur die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu erleben. Vielleicht ergeben sich sogar neue Freundschaften – für Angehörige und Betroffene gleichermaßen.