1. Juli 2016

Darmkrebsvorsorge – Sprechen Sie mit Ihrem Arzt (Teil 9)

Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Im Zuge der Krankheitsüberwachung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wird der Darm jedoch häufiger untersucht, sodass Auffälligkeiten schnell entdeckt und abgeklärt werden können. Darmkrebs entwickelt sich häufig aus gutartigen Vorstufen.  Werden diese frühzeitig entfernt, kann das eine eventuelle Entstehung von Darmkrebs verhindern. Wie Sie in Sachen Vorsorge selbst aktiv werden können, erfahren Sie im neunten Teil unserer Reihe.

Anspruch auf frühzeitige Darmkrebsvorsorge

Mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben Sie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko und damit Anspruch auf frühzeitige Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen. Bei Colitis ulcerosa sollte die erste Darmspiegelung (Koloskopie) in der Regel etwa acht Jahre nach Ausbruch der Erkrankung durchgeführt werden. Bei Morbus Crohn gibt es dazu keine besondere Empfehlung. Ihr behandelnder Arzt kann am besten beurteilen, ob und wann regelmäßige Darmspiegelungen sinnvoll erscheinen. In jedem Fall ist Ihr Gastroenterologe, also der Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen, der beste Ansprechpartner in Sachen Darmkrebsvorsorge. Er kennt Sie und Ihren Krankheitsverlauf und kann Sie umfassend beraten.

Eigeninitiative zeigen

Sie müssen nicht warten, bis Ihr Arzt mit dem Thema Darmkrebsvorsorge auf Sie zukommt. Werden Sie selbst aktiv! Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihr erhöhtes Darmkrebsrisiko und eventuell erforderliche Vorsorgemaßnahmen an. Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten ausführlich erklären und entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, welche für Sie am besten geeignet ist. Während des Gesprächs mit dem Arzt kann es helfen, komplexe Informationen noch einmal in eigenen Worten zusammenzufassen. So können Zusammenhänge manchmal besser verstanden werden. Sollten Sie etwas nicht verstehen oder Unklarheiten bestehen, fragen Sie nach. Haben Sie keine Scheu, es geht schließlich um Ihre Gesundheit. Sollten Sie bereits im Vorfeld Fragen haben oder Ihnen Dinge einfallen, die Sie explizit mit Ihrem Arzt besprechen möchten, notieren Sie sich diese, sodass Sie sie nicht vergessen.