31. August 2017

Ein weiterer Schritt im Kampf gegen Hepatitis C

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut etwa 0,3 % der Menschen an Hepatitis C erkrankt und jährlich kommen knapp 5.000 Neuinfektionen hinzu. Bis vor wenigen Jahren war Hepatitis C nur schwer zu behandeln. Die kürzlich zugelassenen Therapieoptionen ermöglichen bei einem Großteil der Hepatitis-C-Patienten eine erfolgreiche Behandlung bei allen Virusformen (Genotypen 1-6) und mit kurzer Therapiedauer. „Es ist ein großes Glück, als Mediziner mitzuerleben, dass eine chronische Viruserkrankung in so kurzer Zeit, mit einem sehr gut verträglichen Therapieschema, komplett geheilt wird“, ergänzt Dr. Christiane Cordes, Infektiologin aus Berlin, die sich seit über 20 Jahren dem Kampf gegen Hepatitis C widmet.

Die Hepatitis-C-Therapien der neuen Generation vereinfachen die Behandlung und ermöglichen einen noch breiteren Einsatz. Das gilt zum Teil sogar bei Patienten mit Nierenerkrankungen oder bei Dialyse-Patienten. Die WHO hat es sich nun zum Ziel gesetzt, die Erkrankung bis zum Jahr 2030 weltweit zu besiegen.

„Mit den Therapien, die in den letzten 2-3 Jahren zugelassen wurden, konnten viele Herausforderungen gelöst werden, aber noch nicht alle“, erklärt Prof. Dr. Stefan Zeuzem, Direktor der Medizinischen Klinik I am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main. „Die jetzt zugelassenen Wirkstoffe der neuen Therapie-Generation machen die Therapie noch einfacher und breiter einsetzbar. So werden Behandlungslücken, die uns derzeit noch beschäftigt haben, weiter geschlossen.“

Sie haben eine chronische Hepatitis C und wurden bislang nicht behandelt? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob eine Behandlung für Sie heute in Frage kommt. Wenn Sie sich unsicher sind, ob sie sich angesteckt haben könnten, machen Sie einen kostenlosen Test bei ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle. Weitere Informationen zu Hepatitis C finden Sie auch hier auf dieser Webseite.