3. November 2020

Welt-Frühgeborenen-Tag: Für einen guten Start ins Leben

Der Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November bietet mit Aktionen und Veranstaltungen vielfach Gelegenheit, sich über das Thema Frühgeburt zu informieren. Ziel ist es, Aufmerksamkeit für die Belange von Frühchen und ihrer Eltern zu schaffen. Über die Aktivitäten und Angebote anlässlich des Aktionstages, der bereits seit 2008 jährlich begangen wird, informiert die Webseite www.welt-fruehgeborenen-tag.de. Da die Corona-Pandemie in diesem Jahr Veranstaltungen vor Ort erschwert, bekommt die Initiative „Purple for Preemies“ (auf Deutsch „Lila für Frühchen“) einen besonderen Stellenwert. Durch das Beleuchten von Gebäuden, regionalen Wahrzeichen oder auch Kliniken in strahlendem Lila wird am Abend des 17. November ein Zeichen für Frühchen gesetzt.

Kommt ein Kind vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt, gilt es als Frühchen. Laut Weltgesundheitsorganisation trifft dies auf eine von 10 Geburten zu. Dank des medizinischen Fortschritts haben sich die Chancen von Frühgeborenen in den letzten Jahren immer weiter verbessert. Trotzdem benötigen frühgeborene Babys besondere medizinische Betreuung sowie besondere Beachtung beim Thema Schutz und Vorsorge.

Hygiene: Für Frühchen besonders wichtig

Mit einem aufmerksamkeitsstarken Poster rückt der Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e. V. das Thema Hygiene in diesem Jahr zum Welt-Frühgeborenen-Tag in den Fokus. Unter dem Titel „Hygiene auf der Neo“ werden 10 wichtige Tipps zum Schutz der Allerkleinsten auf der Neugeborenenstation gegeben. Die einfachen, aber wichtigen Verhaltensweisen tragen dazu bei, Frühgeborene vor Infektionen zu schützen. Täglich frische Kleidung, nur am Platz des eigenen Kindes aufhalten, bei Herpes vor Betreten der Station anrufen, kein Schmuck an den Händen oder auch der Verzicht auf Nagellack und künstliche Nägel zählen zu den Vorsorgetipps, mit denen Frühchen vor einer Ansteckung bewahrt werden können.

Vorsorge zum Schutz von Frühgeborenen

Bei Frühgeborenen sind das Immunsystem und auch Organe wie die Lunge in der Regel noch nicht vollständig entwickelt. Das macht sie empfindlicher für Infektionserkrankungen. So haben Frühchen zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei einer Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus), das Erkrankungen der Atemwege auslösen kann. Hygiene zählt auch hier zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, um eine Übertragung des RS-Virus zu verhindern. Das ist nicht nur der Fall, solange das Baby im Krankenhaus versorgt wird, sondern auch, wenn es endlich nach Hause kommt. Darüber hinaus kann eine sogenannte passive Immunisierung das Ansteckungsrisiko minimieren. Dabei unterstützen Antikörper bei der Abwehr des RS-Virus. Der behandelnde Kinderarzt kann beraten, wann diese vorbeugende Maßnahme sinnvoll ist.